Hartmut
Zänder
Magenta Marias, Die Katharinen von Niehl
introduction . . . magenta is mine! . . . most recent common ancestor



Kapelle der Unbefleckten Empfängnis


Die Serie "Magenta Marias" ist der Versuch, in Verbindung mit genetischen Markierungen alle Frauen dieser Erde zu einem gemeinsamen Stammbaum zu vernetzen. Den einzelnen Verästelungen dieses Baumes hat man in den letzten 40 Jahren, wie in der Biologie üblich, Buchstaben und Nummern - Haplogruppen genannt - zugeordnet. Der britische Genetiker Brian Sykes hat in seinem Buch "Die sieben Töchter der Eva" versucht, die trockenen Einteilungen der Biologie zu vermeiden und die europäischen Zweige dieses Baumes mit Frauennamen zu belegen und sie - Helena, Jasmin, Xenia oder Ursula - als eine Art Klanmutter anzusehen.


Der Kölner Künstler Hartmut Zänder hat sich ausgiebig testen lassen und gehört zur Gruppe K ( Kathrin ) und hat in seinen neuesten Arbeiten zur Serie diesmal seine eigene Linie in der Zeit zurückverfolgt. Der ungewöhnliche Versuch, den Markierungen mögliche und/oder wahrscheinliche Portraits zuzuordnen, wurde durch einige gefundene Schädel erleichtert, die er zur Vorlage genommen hat, vor allem aber durch etliche Mumien aus dem Tarimbecken, wo man Mitglieder seiner Linie gefunden hat. K findet sich auch bei Ötzi, bei 60 % der jüdischen Aschkenasen, die Untergruppe K1b2a6 findet sich auf einem Gürtel, der sich von Lithauen über die russische Steppe bis ins Altai-Gebirge zieht, wo vor 2600 Jahren der älteste bekannte Teppich geknüpft wurde und wieder zurück nach Armenien und Afganhistan. Der Steppekrieger, der vor 4500 Jahren in einer ersten Welle den Pesterreger nach Europa brachte, wurde nach seinem Fundort Gyvakarai 1 genannt. Ähnlich wie bei dem Covid-Virus ließ sich für die Pest ein eigener Stammbaum herstellen, der zeigte, daß sich der Erreger vor etwa 5000 Jahren im Volga-Becken auf den Menschen übertrug und von dort nach allen Seiten verbreitete. Im Mittelalter wurde die Pest als die "Heranfliegende Krankheit" bezeichnet, weshalb der von Pfeilen durchbohrte Heilige Sebastian genau davor schützen sollte. Ihm war das Niehler Dömchen zuerst gewidmet, bevor es 1260 endgültig der Heiligen Katharina geweiht wurde. Es dürfte kaum einen geeigneteren Ort für die "Katharinen" aus der Serie "Magenta Marias" geben als gerade Alt St. Katharina in Niehl.

Köln, im Jahre Zwei von Corona
 

 
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